Grundbedürfnis Wohnen als Zweck für Kapitalverwertung

Freiwerdende Flächen, die früher von Militär, Industrie oder Verkehr genutzt wurden, sollen wieder bebaut werden. Bedarf an Wohnungen gibt es genug. Wenn so etwas ordentlich geplant würde, könnten schöne neue Wohngebiete entstehen, die sich in die Umgebung einpassen und die Nachbarn nicht mehr stören als unbedingt notwendig. Gegenbeispiel: Die vermurkste Planung privater Kapitalrentiers mit Hilfe der Stadt Münster wie die der Stroet- und Deilmann-Gang am Hafen. Erklärtes Ziel ist es, mit Immobilien & Kommerzrummel möglichst hohe Renditen zu erwirtschaften.

Notwendig ist entgegen, dass Wohnungen für Menschen mit kleinem Einkommen entsprechend des realen Bedarfs dabei sind. Das ist jedoch von der herrschenden Politik nicht gewollt. In unserer Stadt überlässt man das Planen privaten Bauträgern. Ein Alibi-Rest, mit dem man nur den skandallösen Wohnraummangel kaschiert, bleibt bei der städtischen Wohn+Stadtbau oder bei sog. Stiftungen.

Das Ergebnis sieht dann meistens so aus, dass nicht nur die Nachbarn empört sind. Überall, wenn man sehenden Auges durch die Stadt geht, entstehen rechteckige Beton-Glas-Klötze, einer dicht neben dem anderen, fast alle mit teuren Eigentums- oder Mietwohnungen.

Ein kleines Beispiel kann man an der Dortmunder Strasse studieren: Zwei hochrentable Rendite-Betonklötze
wurden hochgezogen, in dem einen Parterre die kleinen Dötze einer Kita. Nebenbei über ein Dutzend alter Bäume abgeholzt bei der Neupflanzung von vier kleinen Bäumchen. Danke an den Grundstückseigentümer Kirche und den Stadtrat.

Die Interessen der sogenannten Investoren gehen über alles.

Solche Bauträger wie an der Dortmunder Strasse oder auch am Hafenweg investieren allerdings überhaupt nicht, sie organisieren nur den Bau und die Zwischenfinanzierung und überlassen gerne ihre Machwerke dann den Käufern der Eigentumswohnungen und betuchten Mietern.

Im Kapitalismus wird eben nicht sozial planmäßig gestaltet, sondern alles dem „Markt“ überlassen. Die winzige Minderheit des Kapitals und ihre Wasserträger behält das Sagen.
Damit muss Schluss sein, sonst wird es mit Sicherheit auch keine Lösung des Elends des Wohnraummangels geben!

Der Wohnungsmarkt gerät heute jedoch immer mehr in die Hände profitgieriger Investoren und Geldsäcke. Für Menschen mit kleinem bis mittleren Einkommen gibt es in Städten immer weniger bezahlbare Wohnungen, sie sollen in Randlagen oder aufs Land abgedrängt werden. Hilflose Feuerwehrmaßnahmen der hörigen Politik oder Herumdoktern an der Verwertungsschraube werden es nicht aufhalten.

Darum: Die Wohnung ist ein Grundbedürfnis des Menschen, die Versorgung damit muss eine öffentliche Aufgabe sein. Es gilt: Die Höhe der Miete darf sich nicht an den Gewinnerwartungen der Investoren, sondern muss sich am Einkommen der Bewohner orientieren. Wenn dann private Geldgeber nicht mehr mitmachen wollen ist das nicht schlecht, sondern gut.
Kommunen, Staat, Genossenschaften und andere, denen es nicht um den Profit geht, können dann wieder eine größere Rolle spielen.

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