Ein Jahrhundert wird besichtigt

Vortragsreihe in drei Teilen mit Raimund Ernst

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aus Anlass des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution von 1917


Teil 3: 1989 – Die Welt hat eine Hoffnung verloren.

Welche Gründe auch immer für den Zerfall der Sowjetunion und dem damit verbundenen Zusammenbruch des sozialistischen Weltsystems angeführt werden mögen, unter weltgeschichtlichem Blickwinkel bleibt nur eine Feststellung: die Entwicklung der Menschheit in ihrer  gesellschaftlichen Verfasstheit hat eine greifbare politische Alternative verloren.
Der globale Sieg des Kapitalismus/Imperialismus hat die bisher erreichte materielle Basis des Sozialismus zerstört und die sozialistisch/kommunistische Bewegung  für absehbare Zeit in die Defensive gedrängt. Zugleich sind Kriege wieder zum Mittel der Durchsetzung von Politik und hier vor allem zur Sicherung der Weltherrschaft des Imperialismus geworden. Hunger, Durst und Tod, Flucht, Vertreibung und Krieg sowie Klimawandel und der Raubbau an den natürlichen Ressourcen – all das sind die Angebote des Imperialismus für die Zukunft der Menschheit. An seinem grundsätzlichen Unvermögen, der Menschheit eine erstrebenswerte Zukunft zu bieten, hat sich nichts geändert. Die Überwindung von Kapitalismus/Imperialismus bleibt daher auf der politischen Tagesordnung und bestimmt den Charakter unserer Epoche.

Montag 16.01.2017
Kulturkneipe F24
Beginn 19.30 Uhr


Teil 1: 1917 – Die neue Welt entsteht.

Der Ausbruch der Oktoberrevolution ist nicht zu trennen vom ersten Weltkrieg. Beide Ereignisse bestimmen das gesamte 20. Jahrhundert und den Charakter dieser Epoche.
Warum sprechen wir von einer neuen Welt? Die entwickelten kapitalistischen Länder befinden sich in ihrem imperialistischen Stadium und dominieren damit die ganze Welt. Diese Dominanz resultiert aus ihrer wirtschaftlichen und finanziellen, aus ihrer technischen und wissenschaftlichen sowie aus ihrer politischen und militärischen Überlegenheit. Durch die Oktoberrevolution und den Aufbau des Sozialismus in einem Land entstand eine grundsätzliche Alternative zur bisherigen kapitalistisch-imperialistischen Ordnung. Diese Alternative oder dieser – dialektisch gesprochen – globale Widerspruch ist das maßgebliche Bewegungsgesetz des 20. Jahrhunderts und stellt das eigentlich Neue im Vergleich zu früheren historischen Epochen dar.

Montag 23.05.2016
Kulturkneipe F24
Beginn 19.30 Uhr


Teil 2: 1945 – Die Welt hat sich befreit.

Der 8. Mai 1945 gilt vielen als die wichtigste Zäsur in der Geschichte des ­20. Jahrhunderts. Ohne Zweifel war das Ende des zweiten Weltkriegs ein Akt von epochaler Bedeutung. Der deutsche Imperialismus in seiner besonders aggressiven und brutalen faschistischen Gestalt sowie der japanische Imperialismus mit seinem rassistisch geprägten Überlegenheitswahn wurden von einer Koalition besiegt, die aus so unterschiedlichen Kräften wie der Sowjetunion und den imperialistischen Kernländern USA, Großbritannien und Frankreich, aus den verschiedenen bürgerlich-demokratischen und nationalen Bewegungen sowie aus der kommunistischen Weltbewegung bestand. Es einte sie über alle politischen Differenzen und eigenen Interessen hinweg die Entschlossenheit, den Faschismus, der die Menschheit in die Barbarei zu stürzen drohte, als eine politische Alternative imperialistischer Herrschaft ein für alle Mal auszumerzen. Nach 1945 war der Imperialismus in seiner uneingeschränkten Machtentfaltung deutlich begrenzt. Um die Sowjetunion entstand die Gemeinschaft sozialistischer Staaten, und von ihrer Existenz wiederum begünstigt bildete sich eine Vielzahl junger Nationalstaaten heraus, die ihre politische Zukunft in einer nichtkapitalistischen Entwicklung sahen.

Montag 10.10.2016
Kulturkneipe F24
Beginn 19.30 Uhr


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